Petrosani

 


 Petrosani liegt in einer wunderbaren Region, in der man ohne weiteres einen tollen Urlaub verbringen kann. Trotzdem sollte man die Situation der dort lebenden Menschen nicht übersehen. Die Stadt liegt im Schill-Tal, einer 200 Jahre alten Bergbauregion in den Südkarpaten. Petrosani war einst eine blühende Stadt, nach der politischen Wende im Osten und der Beendigung der Diktatur unter Ceausescu im Jahre 1989 wurden jedoch die Bergwerke nach und nach geschlossen. Die Arbeitslosigkeit stieg innerhalb kürzester Zeit dramatisch an, und ein großer Teil der Bevölkerung geriet in Not. Die Arbeitslosenquote liegt bei 70%.
Es gibt zehnköpfige Familien, welche in einem Zimmer zusammen leben. Vor allem ältere Menschen und Familien leiden unter den schlechten Lebensbedingungen. Da viele nicht in der Lage sind, die Kosten für Wasser, Strom und Heizung zu tragen, werden sie von der Versorgung abgeschnitten. Dadurch wächst das Risiko, in den kalten Wintern zu erfrieren.
In Rumänien ist die Zahl der Straßenkinder groß. Oft können die Eltern sie nicht mehr ausreichend versorgen und sie ziehen ein Leben auf der Straße vor. Die Folgen sind Resignation, steigende Kriminalität und Alkohol- bzw. Drogenmissbrauch. Das Schill-Tal weist die höchste Zahl HIV-infizierter Menschen in ganz Rumänien auf.


Bisherige Projekte:
- Bei unserem ersten Handwerkereinsatz im September 2002 brachten wir die am meisten benötigten Güter nach Petrosani. Darunter waren warme Kleidung, Schuhe und eine komplette Heizungsanlage für das bis dahin ungeheizte Caritas-Haus, welches als soziale Einrichtung von bedürftigen Menschen aller Altersgruppen genutzt wird.
Während den folgenden vier Handwerkereinsätzen wurden im Dachgeschoss des Caritas-Hauses 200 qm Wohnraum geschaffen. Es entstanden eine Küche, drei Bäder und fünf Schlafzimmer welche als soziale Einrichtung für bedürftige Menschen aller Altersklassen genutzt werden.

- Im Rahmen unseres sechsten Handwerkereinsatzes im September 2005 brachten wir neben jeder Menge Hilfsgütern auch Material zum Ausbau von zwei "Kinderintensivzimmern" und zwei Bädern im Krankenhaus Petrosani mit.
Während unseres Aufenthaltes entstanden daraus zwei neue und saubere Zimmer, in denen eine bessere Behandlung der Kinder möglich geworden ist.

- Im Mai 2006 brachen einige unserer Helfer zu einer Informations- - und Planungsfahrt nach Rumänien auf (Der TV berichtete, siehe Presse).
Die sieben Helfer besuchten auf der privat finanzierten Tour die Stadt Petrosani um dort weitere Projekte zu planen. Außerdem fuhren die Helfer ins Krisengebiet an der Donau. Dort sahen sie sich vor Ort das Ausmaß der Hochwasserkatastrophe an. Später bei einem Besuch der Caritas Mircurea Ciuc besprachen sie mit den Mitarbeitern der Caritas, wie man den Menschen dort vor Ort, welche alles verloren haben, helfen kann.

- Beim siebten Handwerkereinsatz im April 2007 wurden einige Fenster in der Küche der Kinderstation im städtischen Krankenhaus erneuert.

- Während unseres 8. Handwerkereinsatzes im September/Oktober wurde der Innenausbau des Maria Stein Hauses - einem Nachtschlaflager für Straßenkinder - fertiggestellt.

Maria Stein Haus - Nachtschlaflager für Straßenkinder

In ganz Rumänien ist die Zahl der Straßenkinder sehr hoch. Als Straßenkinder bezeichnet man alle Kinder, die nicht in ihren Familien integriert sind, oder die Kinder die 24 Stunden oder auch nur nachts oder tagsüber auf der Straße leben. Diese Kinder haben verschiedene Gründe nicht nach hause zu gehen, oder dort zu bleiben. Die Eltern sind oft nicht in der Lage ihre Kinder zu Ernähren, oder die Kinder müssen ihren Eltern sogar Geld dafür zahlen, dass sie zu hause bei ihnen wohnen dürfen. Für diese Kinder ist es oft nicht möglich, das von den Eltern verlangte „Haushalsgeld“ zu erbetteln oder zu ergaunern.
Viele Kinder werden von ihren Eltern misshandelt und geschlagen. Seelische und körperliche Gewalt sind an der Tagesordnung. Deshalb ziehen diese Kinder das Leben auf der Straße vor. Manche der Straßenkinder schnüffeln Klebstoff oder Autoabgase. Danach sind sie von diesen Dämpfen ganz betäubt und vergessen für eine Weile, wie schlecht es ihnen geht.

Das Maria Stein Haus wurde am 13. Dezember 2003 eröffnet. Dort sind zur Zeit 8 Betten für Straßenkinder vorhanden.

Nach dem Umbau können dort 16 und mehr Kinder untergebracht werden.
Die Unterkunft ist täglich von 20.00 Uhr bis 10.00 Uhr morgens geöffnet. Die Kinder bekommen dort ein Abendessen und ein Frühstück.
In diesem Nachtasyl haben die Kinder die Möglichkeit zu duschen und sie bekommen saubere und warme Kleidung.

Außerdem werden im Nachtasyl folgende Programme für Kinder angeboten:

    - Hausaufgabenhilfe

    - Kochstunden

    - Teilnahme an einem Viata- und Jigodincamp für eine Woche als Sommercamp.

    - Das Haus ist an einen Garten angeschlossen, damit die Kinder lernen ihr eigenes Essen anzubauen oder  technische Dinge zu erlernen.

    - Hinter dem Haus gibt es einen Spielplatz. Dort können die Kinder ihre Freizeit verbringen und spielen.

Es entstand auch ein Treffpunkt für Straßenkinder und ihre Eltern. Ein besonderer Schwerpunkt wird darauf gelegt, dass die Kinder wieder in das normale Leben integriert werden und evtl. auch wieder in Ihre Familien zurückkehren.